Wer ist Yahya?

Yahya bin Mohammed bin Abdul bin Hassan ist ein fiktiver Charakter, der für  LARP (Live Action Roleplay, Liverollenspiel) entworfen wurde und von mir bespielt wird. In diesem Blog möchte ich seine Abenteuer festhalten und allen Interessierten zum Miterleben zur Verfügung stellen.

Yahya heute

Yahya ist ein junger Mann von knapp dreißig Jahren, geboren und aufgewachsen im Land des ewigen Sandes. Anders als früher ist streng gläubig. Er gehört zur monotheistischen Glaubensrichtung der Hassaniyin, die das heilige Buch „Al-Kitab“ sehr wörtlich auslegen und mindestens dreimal täglich zum All-Einen beten.  Nähere Hintergründe zum Land und der Religion gibt’s in den Hintergrundbeschreibungen der Orient-Con „Al Bahra“.

Auch wenn er mittlerweile sehr fundamentalistisch ist und alles „Unreine“ ablehnt, also etwa keinen Alkohol trinkt und Nacktheit verurteilt, so interpretiert er doch die Schrift der Propheten manchmal etwas anders als die Meisten seiner Glaubensbrüder. So ist Magie natürlich die verbotene siebte Kunst und ist als solche zu verfolgen und zu verurteilen, jedoch ist er nichtmenschlichen und ggf. magischen Wesen („Djinne“) gegenüber deutlich aufgeschlossener als viele andere Anhänger des All-Einen. Letztlich sind auch sie Teil seiner Schöpfung und als solche zu behandeln, Na’am?

Yahya früher

يحيى

Herkunft und Jugend

Yahya bin Mohammed bin Abdul bin Hassan wurde als drittes von sieben Kindern einer Ziegenhirtenfamilie in den südlichen Bergen des Landes des ewigen Sandes nahe der Stadt Al-Wahia geboren. Schon früh lernte er, die Tiere zu hüten und von einer Weide zur anderen zu treiben. In der Familie hatte er aufgrund seines aufsässigen Charakters des Öfteren kleine Probleme – zwar gelang es ihm, sich gegenüber seinen zwei kleinen Brüdern und zwei kleinen Schwestern durchzusetzen, seine beiden großen Brüder hingegen wiesen ihn ach so oft in die Schranken – was ihn nicht von gelegentlichen Streichen gegen sie wie auch andere Autoritätsfiguren abhielt und ihm dementsprechend oft großen Ärger einhandelte. Dennoch waren sie über seine Aktionen zumeist eher amüsiert (waren sie nicht gerade Opfer seiner Narreteien). Unter seinen Freunden im Dorf wurde er daher bald als regelrechtes Streich-Genie bekannt, heckte er doch immer ausgefeiltere Späße aus, nicht selten aber auch zulasten seiner Mitstreiter – einmal etwa, während er etwa heimlich erbeutete Datteln genoss, schufteten seine beiden Komplizen sieben Tage und Nächte in den Ställen, um die Strafe für den Diebstahl abzuarbeiten.

Trotz dessen – und weil er seine Beute immer mit seinen Mitstreitern teilte – war er von einem sehr loyalen Freundeskreis umgeben, denen auch er ausnahmslos die Treue hielt und immer zu ihnen stand. Diese gegenseitige Loyalität hielt ohne Erschütterung … bis Yahya 14 Jahre alt wurde.

Zur Feier seiner Aufnahme in die Reihen der Erwachsenen des Dorfes (Die Prüfung hierfür war langwierig, aber nicht besonders kompliziert, galt es doch, eine Herde von fünfundzwanzig Ziegen für einen Monat fernab der sicheren Stallungen zu hüten und vor wilden Tieren und Dieben zu schützen, ohne auch nur ein einziges Tier zu verlieren), heckte er den kühnen Plan aus, der besten Ziege des Dorfes, welche dem Dorfältesten gehörte, ihre prunkvolle Glocke abzunehmen, sie dem Führer einer durchziehenden Karawane zu verkaufen und vom Erlös mit all seinen Freunden drei Tage und Nächte bei einer Höhle nicht weit vom Dorf ein eigenes, “privates” Fest zu veranstalten. Mit Hilfe eines guten Freundes, der ebenfalls davorstand, in die Reihen der Erwachsenen aufgenommen zu werden, sorgte er – mit ebenfalls anderswo “ausgeliehenem” Schlafpuder – dafür, dass der Älteste des Dorfes eines Nachts etwas weniger Aufmerksamkeit seiner Herde zuteil werden ließ und stattdessen unter einem Baum Schafe zählte. Die Glocke war bald entwendet und der Karawanenführer sehr interessiert am Erwerb jener kostbaren Glocke… leider jedoch hatte er aus einer Laune heraus seinen ältesten Bruder in seine Pläne eingeweiht, welcher die Gelegenheit erkannte, dem Ältesten einen Dienst zu erweisen und sich gleichzeitig für einen eher beschämenden Vorfall zu rächen, der in der Hochzeitsnacht mit seiner zweiten Frau geschah und eine eher unrühmliche Wendung nahm, als er bemerkte, dass das seltene, potenzfördernde Skarabäuspulver plötzlich eher einem extrem starken Juckpuder glich und damit endete, dass er schreiend und sich im Schritt kratzend über den Dorfplatz rannte – von den Leiden seiner jungen Gemahlin ganz zu schweigen.

Yahya bot also dem Karawanenführer eben jene Glocke an, doch bevor der Handel stattfinden konnte, wurde er von zwanzig älteren umzingelt und in Gewahrsam genommen. Der Älteste war außer sich in seinem Zorn und, mit Yahyas früheren Kalamitäten und dem Dorffrieden im Sinn, verbannte er den Jungen aus der Gemeinschaft des Dorfes, auf dass er in der Wüste schließlich von al-Hakam gerichtet würde.

Der junge Erwachsene

Verraten vom eigenen Bruder, welchem er Blutrache schwor, und verstoßen von der Gemeinschaft war Yahya nun gezwungen, das Dorf zu verlassen – mit nichts als einem Beutel voll Wasser und dem, was er am Leibe trug. Vier Jahre verbrachte er fortan im Dienste des Karawanenführers, der ihn die niedersten Arbeiten verrichten ließ und kaum mehr als einen Sklaven in ihm sah. Während diese Zeit wuchs Yahya zu einem hageren, doch hochgewachsenen Mann heran und erlernte den Umgang mit Kamelen sowie das Leben in der Wüste. Gelegentlich führte ihn der Weg jenseits der Berge der Quellen in die große Stadt Al-Asima, wo er die Geschicke des Feilschens erlernte – wenn er einmal nicht den Preis für eine Ware erhandeln konnte, den er im Sinn hatte, so brachte ihn sein Charme – oft gepaart mit kompromittierendem Material oder helfenden Substanzen – oft dennoch zum Erfolg.

Im Alter von 18 Jahren schließlich gelang es Yahya, sich den Fängen des alten Kameltreibers zu entreißen (Der eher tollkühne Plan umfasste den Einsatz eines billigen, vergoldeten Amuletts, eines Knüppels und dem gesammelten Kameldung der vergangenen Woche) und zunächst als Dienstjunge (“Der Mann für fast alles”) in einem Laufhaus Zuflucht zu finden. Hier erledigte er neben Besorgungen für die Mädchen auch die Entsorgung von unerwünschten Gästen durch geschicktes Verhandeln (manche sprachen von Erpressung, er hingegen von überzeugenden Argumenten) und war sehr schnell der Liebling aller freischaffenden Damen des Etablissements. In dieser Zeit lernte Yahya viel über den Umgang mit dem anderen Geschlecht, was ihn schon bald zu einem der begehrtesten (für die Herren wahlweise auch eher berüchtigsten) jungen Männer des Disktrikts machte. Sein so erworbenes Geschick im Umgang mit Frauen wie auch konkurrierenden Männern kam ihm oft gelegen, musste er sich doch aus so manch brenzliger Situation in dunklen Seitengassen, mit aufgebrachten Händlern (Seine Gier und fragwürdige Verhandlungstaktik wurden über die Jahre auch nicht kleiner) oder in den Gemächern so mancher Konkubine wohlhabender Geschäftsleute herausreden.

Der Bruch

Einige Jahre verbrachte Yahya so in Al-Asima, bis jedoch eines Tages ein Brand im Laufhaus, just vor dem 24. Geburtstag des Junggesellen, nicht nur beinah alle seiner Freundinnen und Freunde tötete, sondern auch das Meiste seines Hab und Guts vernichtete. Der Grund für den Brand wurde nie gefunden, jedoch vermuteten viele das Werk eines rachsüchtigen Händlers dahinter, der entsprechende schattige Gestalten dafür anheuerte. In tiefer Trauer und mit kaum mehr Besitz als dem, den er noch am Leibe hatte, schwor sich Yahya, diesen feigen Anschlag Auge um Auge zu vergelten, dies gar zu seiner Lebensaufgabe zu machen.

Dies umzusetzen, sollte sich jedoch als beschwerlicher Weg herausstellen, mangelt es ihm zwar nicht an Gewitztheit, wohl aber an Fähigkeiten im Umgang mit Klingen jeglicher Art – einen Mann zu töten gehörte bisher nicht zu seinem Erfahrungsschatz. Da er zudem nicht zuletzt aufgrund seiner körperlichen Beschaffenheit direkte Konfrontation eher scheut, musste er nun einen Weg finden, sich das Wissen und das Handwerkszeug anzueignen, das nötig war um seine Nemesis zu finden und sich ihr zu stellen – am Besten in einer dunklen, nebligen Nacht in einer dunklen Seitengasse. Schon als Kind hatte er von den Atiya gehört, jenen sagenumwobenen Kriegern Hassans, deren angebliche Todesverachtung und Hinterhältigkeit ihn sehr beeindruckte – hatten sie doch, so sagte man, den Sultan Ardun-Burs aus dem Verkehr gezogen. So reiste er nach Al-Masra und bestieg ein Schiff, welches ihn nach Mitraspera und von dort in die Spiegelwelt Kelriothar brachte. Denn hier, so sagte man, sollten sich einige dieser berühmt-berüchtigten Helden der Hassaniyin aufhalten, um im Heereszug gegen die Zweifler teilzunehmen. Sie würden ihm hoffentlich die Dinge lehren, die er brauchte…