Zukunftsmusik – ein Selbstratgeber
Donnerstag, 3. Dezember 2009 20:00

Nachdem die Sache mit dem neuen Job finden irgendwie anders verläuft als angenommen, bin ich mittlerweile dazu übergegangen, meine Perspektiven etwas zu erweitern. Nach eingehenden, längeren Beratungen mit meiner Freundin und dem Rest der Familie haben sich bisher die folgenden prinzipiellen Möglichkeiten herauskristallisiert:
Das Hauptziel ist und bleibt natürlich eine Vollzeitanstellung als $cool_IT_guy in $firma. Jedoch habe ich bisher “nur” die abgeschlossene Berufsausbildung mit nem Abschluss von “fast” 2 und zu wenig Arbeitserfahrung - zumindest in den Augen der Personalchefs, als dass ich ein ernstzunehmender Mitarbeiter sein könnte. Pah, denken DIE!
Damit ich aber auch auf dem Papier genügend Qualifikation für die richtig coolen Jobs nachweisen kann, gibt es eigentlich nur eins: Rosenverkäufer oder gar Sklaventreiber*.
Ideal wäre insofern eigentlich ein sog. duales Studium. Das heißt, man studiert fleißig an einer Fachhochschule bzw. Berufsakademie zum Beispiel Wirtschaftsinformatik, Informatik oder auch Verwaltungsinformatik und geht nebenher oder zwischendurch das Gelernte direkt in einem Betrieb anwenden. Von der Sache her wie die duale Ausbildung, nur mit etas höheren Ansprüchen. Das Ganze dauert dann üblicherweise 3 (Bachelor) oder 5 (mit Master) Jahre und am Ende hat man entweder gleich einen guten Vollzeitjob oder eine verdammt gute Qualifikation. Praktisch also wie die Ausbildung, nur auf Hochschulniveau. Problematisch für mich ist allerdings mein eher mieses Abi und die damit verbundene Abneigung der Unternehmen, bei denen man sich auf einen Arbeits- und Studienplatz bewirbt. Die vorher abgeschlossene Ausbildung scheint da nicht viel zu bringen…
Die Alternative wäre ein klassiches, also vollschulisches Studium an einer Fachhochschule oder Universität. Problematisch ist dabei natürlich, dass man neben den locker 40-60 Stunden Unikram auch noch arbeiten gehen muss, um sich das karge Bafög aufzubessern oder gar den gesamten Lebensunterhalt zu finanzieren. Vorteilhaft ist natürlich, dass man sich mit kleineren Projekten (z.B. Webdesign, Onlineshop-Erstellung, hier und da nen Server aufsetzen…) schon nach kurzer Zeit ein ordentliches Zubrot verdienen kann, außerdem werden Praktika teilweise durchaus gut bezahlt. Studium und Job allerdings unter einen Hut zu bekommen ist eine echte Belastung. Allerdings ist es hier in meinem Fall deutlich einfacher, einen Studienplatz zu bekommen. Tip: Zum Sommersemester bewerben, da hier weniger bis gar keine Abiturienten sich mitbewerben. Das drückt den NC bzw. die Wartesemester!
Was übrigens auch gerne gemacht wird, um sich ein Studium zu finanzieren, ist Taxifahren. Allerdings sollte man so rechtzeitig wie möglich mit der Ausbildung beginnen, nicht selten brauchen die Anwärter über 9 Monate und länger, bis sie den begehrten P-Schein und die Ortskundeprüfung für Berlin geschafft haben oder endlich merken, dass sie es doch nicht packen. Allerdings hat man dadurch am Ende den Vorteil, dass man, sollte man irgendwann wieder in die Arbeitslosigkeit abrutschen, immer etwas in der Hinterhand hat: Taxifahrer finden eigentlich immer einen Job. Zudem wird die Ausbildung von vielen in Unternehmen integrierten Taxischulen finanziert, wenn man sich anschließend für eine gewisse Zeit (meist so 1,5 bis 2 Jahre) verpflichtet. Finde ich persönlich natürlich auch interessant, kann aber u. U. zu einem Schlaf- und Lerndefizit führen, zumal die Fahrerei nicht gerade das ganz große Geld bringt, schon gar nicht in Berlin. Bedeutet also viel Arbeit für wenig Geld. Aber wenigstens kann man im Sitzen und an der frischen Luft arbeiten…
Das sind Dinge, die mich momentan beschäftigen. Wer mir mit der Entscheidung noch etwas behilflich sein kann und möchte, möge dies in den Kommentaren bitte gerne tun. Ich bin für Tips und Ratschläge dankbar. Jedenfalls hoffe ich, dass sich vielleicht der Eine oder Andere mit dem gleichen Problem (“Was tun nach der Ausbildung?”) hierher verirrt und so vielleicht ein paar gute Ideen mitnehmen kann.
*Für die, die meinen Humor auch nicht so ganz verstehen: Bachelor und Master! Diplom gibts ja quasi gar nicht mehr :-/
Thema: Netzwelt | Kommentare (0) | Autor: Jo

