Aufbruch ins Ungewisse

„Ah, Yahya, da seid ihr ja. Wurde auch Zeit, ich wollte gerade nach euch schicken lassen!“ Yahya näherte sich der kleinen Gruppe. Neben Yassaf stand dort noch Joran, wie Yahya war auch er ein Begleiter der Al’Habibs, angeheuert zum Schutz der Karawane. Die andere Person, ebenfalls gerüstet und bewaffnet, war ihm unbekannt. „Ich sehe, wir sind nicht allein unterwegs?“ fragte er. „Nun, ihr sagtet ja selbst, in diesen Wäldern läuft so einiges Gesindel durch die Gegend, ich will nunmal auf Nummer sicher gehen. Immerhin ist meine Handelsware doch… von einigem Wert.“ sagte Yassaf und grinste schelmisch.

„Ihr kennt Joran schon, er trägt eine gute Rüstung und ist geschickt mit dem Schwert. Unser anderer Begleiter hier ist Ron.“ Yahya nickte ihm kurz zu. „Er ist auch nicht ungeschickt mit der Klinge, aber viel wichtiger, er ist auch ein guter Heiler, wie man mir sagte.“ Ron und Yahya musterten sich kurz gegenseitig. „Also gut. Damit kann ich arbeiten. Joran, ihr bildet ihr die Vorhut und Ron, ihr werdet versetzt hinter uns gehen und uns den Rücken freihalten, sollte etwas passieren. Ich werde direkt bei unserem Klienten hier laufen und im Falle eines Angriffs in Sicherheit bringen, während ihr den Gegner zurückhaltet. Alle verstanden? Gut, dann…“

„Nur eines…“ unterbrach Ron. „Ihr müsst wissen, ich bin eine sehr… naturverbundene Person. Ich möchte euch bitten, darauf zu achten, dass ihr eure Schwerter von meinen Freunden, den  Bäumen, fernhaltet.“ Yahya blickte etwas konsterniert drein, auch Joran stutzte und fragte: „Die Bäume sind… eure Freunde?“ „Ja, ich spreche zu ihnen.“ Na toll, ein Irrer im Wald, dachte Yahya. „Wisst ihr, ich habe vor einiger Zeit einmal schwere Verletzungen im Kampf erlitten und nur überlebt, weil mir ein Ent von seinem Blut spendete. Seitdem pflege ich eben eine besondere Beziehung zu Bäumen.“

Wo hat Yassaf nur diese… Person aufgetrieben? Einen halben Djinn als Leibwache, das konnte ja nur schiefgehen. „Ich… verstehe. Also schön, achtet darauf, dass ihr keine Bäume trefft, Joran. Und ihr, Ron, vielleicht… geht ihr doch ein paar Schritt hinter uns. Ein Heiler sollte ja nicht gleich in das Kampfgeschehen geraten, nicht wahr? Gut. Herr Yassaf, wir sind bereit zum Aufbruch.“ Yassaf, gerade noch im Gespräch mit dem Wirt der Taverne, drehte sich um. „Ah, wundervoll. Gehen wir. Gasparo, kommt ihr?“ „Gasparo begleitet uns? Von zwei Schutzpersonen war aber keine Rede, das kostet extra.“ Yahya war zwar kein besonders geschickter Händler, aber er hatte einen Riecher für zusätzliches Kupfer. Yassaf antwortete „Ah, ja, das klären wir später“, und etwas leiser zu Yahya „Nun, auf ihn müsst ihr nicht unbedingt so sehr achten. Er hat ja nicht mitbezahlt…“

Yahya runzelte die Stirn. Aber gut, zur Not hatten sie jemanden, den sie im Falle eines Angriffs opfern konnten. Yassaf bezahlte die vereinbarte Summe und so begab sich die bunte Gruppe auf den Weg durch die Wälder zu dem heruntergekommenen Haus außerhalb der Stadt, das heute deutlich lebendiger erschien als noch in der Nacht…