Die Karawane trifft ein

Es waren bereits drei Stundengläser seit dem Abendgebet gewendet worden, als die Karawane endlich das Reiseziel erreichte. Ben veranlasste die Versorgung der erschöpften Kamele, Yassaf errichtete das Nachtlager am Rand von Westfurth, Nazim streunte neugierig durch die Gassen und Amir hatte es sich wahrscheinlich schon in der Taverne bequem gemacht – der vor Haram nur so strotzende Lebensstil des Bekannten von Ben und Yassaf war Yahya schon lange ein Dorn im Auge. Es war noch etwas Zeit, bis sie sich wieder am Feuer treffen wollten, daher machte Yahya sich ebenfalls mit der Ortschaft und ihren Gassen vertraut. Auch andere Reisende waren in der Stadt, und es dauerte nicht lange, bis er einige vertraute Gesichter erblickte. Doch leider wusste er bei aller Freundschaft auch, dass es bisher irgendwie immer zu Ärger kam, wenn er auf Arash traf.

Yahya richtete seine Lagerstätte bei seinem alten Freund ein und begab sich zurück zum Lagerfeuer, um seinen Auftraggeber und seine Weggefährten zu treffen. Es gab zunächst einen kleinen Tumult am Haus der Stadtwache: Offenbar hat man kurz zuvor einen stark nach Verwesung stinkenden Gefangenen gemacht – er stammelte zusammenhangslos von einer „Legion“, „Chaos“ und „Ordnung“ – sicherlich nur ein verwirrter Trunkenbold, so dachte Yahya zumindest.

Es war bereits spät, der Vertrag des Schutzes von Ben al’Habib und seiner Handelskarawane war erfüllt, daher ließ er sich von seinem Herren aus dem Dienst entlassen (Die Gegend schien trotz einiger schattiger Gestalten hier und dort zunächst recht sicher) und er kehrte zum Lager Arashs und seiner Weggefährten zurück. Man speiste zu Abend und genoss die Gesellschaft, bis plötzlich eine Frau aus Yahyas Heimat sich zu ihrem Lager begab – und mit ihr ein wahrhaft unheimlicher Djinn…