Beitrags-Archiv für die Kategory 'Technik'

Runde Tasse, eckiger Beutel?

Freitag, 15. Mai 2009 8:38

Na, wer erinnert sich noch an diese alte Marketingkatastrophe von Lipton?

Ich glaube, die geplante DNS-Sperre von den Laien im Familienministerium hat mit dem eines gemein: Beides ist der hinterletzte Schwachsinn, aber mit der Aussage renne ich ja offene Türen ein, die Unwirksamkeit eines DNS-Poisoning ist allgemein bekannt. Und dass die wirksamste Bekämpfung dieses kleinen Teil-”Marktes” der KiPo-”Industrie” wohl im Takedown der entsprechenden Server und der standrechtlichen Erschießung Verurteilung derer Betreiber zu suchen ist, wohl auch. Nichtsdestotrotz möchte ich für alle ob der Aufregung etwas Verwirrten die dinge noch mal klarstellen:

Allerdings kann ich den Schritt bzw. seine Intention bis zu einem gewissen Grade nachvollziehen: Leute, die regelmäßig diese Server besuchen, werden dies sicherlich über die zugewiesene Domain machen. Wenn nun aber plötzlich die Domain auf die zugriffsprotokollierte Stoppseite umgeleitet wird, werden sicherlich einige “Stammgäste” ins Netz des BKA gehen, welches somit für weitere Ermittlungen einen begründeten Anfangsverdacht hätte.

Riesenprobleme dabei:

  • Solcherlei Server verfügen entweder über mehrere Domains oder werden sowieso nur über Subdomains bzw. IP-Adressen erreicht. Informationen über die Sperrung können sich sehr schnell verbreiten und die Nutzer rufen den Server über die IP auf
  • Wenn man DNS-Server aus dem Ausland (oder gar die Root-DNS-Server) nutzt, ist die Sperre wirkungslos. Zudem sind Geräte des öffentlichen Dienstes nicht gesperrt, sprich die DNS-Server der TU-Berlin müssten beispielsweise völlig frei sein (IP: 130.149.4.20)
  • Was, wenn diese Server vielleicht irgendwo im hinterletzten Verzeichnis mit Passwortschutz ein fragwürdiges Bild bereitstellt, ansonsten aber völlig legale und häufig genutzte Inhalte trägt? Was ist mit Shared Hosting mit subdomain, z.B. funpic.de oder *brechreiz* Beepworld? Sind dann auch alle Kunden bzw. Besucher der legalen Inhalte automatisch verdächtig?
  • Die Liste der gesperrten Seiten wird vom BKA gepflegt und ist geheim. Zudem ist keinerlei Kontrollorgan in Form eines Richters oder sonstwas vorgesehen, das die Sperrung einer Seite genehmigt. Diese Intransparenz öffnet dem Missbrauch dieses Organs Tür und Tor und stellt eine Zensurmaßnahme chinesischer Qualität dar
  • Unabhängigen Studien zufolge erfolgt der Großteil der Verbreitung durch direkten Austausch von Datenträgern der Pädophilen untereinander, auf dem Postweg oder, wenns schon über Netz sein muss, in anonymen Tauschbörsen
  • Die Länder, die solche Sperrmaßnahmen einsetzen, berichten ganz im Gegensatz zu Frau von den Lügen der Leyen, dass diese Sperrmaßnahmen ineffektiv sind und die Ermittlungen eher behindern als fördern

Dabei liegt die Lösung doch so nah!

Warum bastelt man zur Bekämpfung des Problems (Runde Tasse) nicht eine Variante von Schäubles Bundestrojaner (Runder Beutel), anstatt die Tasse das Problem zu verschleiern, damit man nicht mehr hinsehen muss? War doch eh geplant, das Ding zur Strafverfolgung einzusetzen, und nicht nur zur Terrorismusbekämpfung, was anderes kann mir keiner erzählen.

Was meint ihr dazu?

Thema: Netzwelt, Real Life, Technik | Kommentare (2) | Autor: Jo

Dagegen!

Montag, 4. Mai 2009 8:19

Für alle, die JavaScript-Overlays geblockt haben, hier nochmal der Hinweis: Ich beteilige mich an der Protestaktion gegen die Zensursula-Maßnahmen von der Laien (Das ist keine miese Grammatik, sondern künstlerische Freiheit, liebe Sprachnazis…). Wer sich ebenfalls beteiligen möchte, dem sei mal der Ursprung des Protestoverlays wärmstens empfohlen, weil so unglaubliche Angriffe auf das Grundgesetz mit zeitgleicher massiver Dämlichkeit bei der geplanten Umsetzung in Form von DNS-Sperren einfach nur noch Brechreiz erzeugen können. Denn merke: Nach der Argumentation unserer durchgeknallten Familienministerin ist jeder, der weiß, dass man auch andere, nicht-sperrende DNS-Server, z.B. aus dem Ausland in den Netzwerkeinstellungen eingeben kann, automatisch ein Kinderschänder und in höchstem Maße verdächtig. Hey, BKA, schaut doch mal am OSZ IMT in Berlin-Neukölln vorbei! Ganz viele Informatik-Azubis, die wissen, wie sowas geht! Gleich mal auf Verdacht einsperren, bitte!

Just my two cents ~ Jo

Thema: Netzwelt, Technik | Kommentare (1) | Autor: Jo

HTTP-Statuscodes bei Frauen

Freitag, 19. Dezember 2008 19:12

HTTP-Statuscodes hat jeder schon mal gesehen. Besonders bekannt dürften “404 – Nicht gefunden”, “403 – Verboten” und “500 – interner Serverfehler” sein. Aber wusstet ihr, dass Frauen ganz ähnlich ticken? Ich habe dafür mal folgende Tabelle mit den wichtigsten Codes und ihren entsprechenden Bedeutungen zusammengestellt:

Die Statuscodes der Frauen

Code HTTP-Bedeutung weibliche Bedeutung
100 Weiter “Versuchs ruhig weiter, wenn ich genug getrunken habe, ist mir scheißegal, mit wem ich in die Kiste springe”
101 Umstellung der Protokolle “Alter, sauf nicht so viel, dann versteh ich dich vielleicht auch.”
     
200 OK “Toll. Das wars? Da hätt ich mir auch was besseres suchen können, aber dank dir lohnt sich das ja nun nicht mehr. Schönen Dank, du Arsch!”
201 Neue Ressource erstellt “Ich bin schwanger”
202 Anforderung akzeptiert “Ja Schatz, ich geh doch gern für dich Bier holen” Eine Antwort, die heutzutage äußerst selten ist und von Frauen mit neuerer Versionsnummer nicht mehr unterstützt wird
203 Nicht verbindliche Informationen “Also diese blöde Sekretärin oben aus der zwölften hat ja heute im tiefsten Winter das musst du dir mal vorstellen und überhaupt die war bestimmt das dritte Mal diese Woche…”
204 Kein Content zurückgeliefert ist bei Frauen technisch nicht anwendbar
     
301 Dauerhaft verschoben “Ich ziehe zu meiner Mutter”
302 Temporär verschoben “Aaaach, da fällt mir ein, ich habe noch einen furchtbar dringenden Termin…”
303 Anderen Speicherort aufrufen “Vergiss es! Geh doch zu deiner Liebhaberin! Tu nicht so, ich weiß es genau, dass du eine Andere hast!”
     
400 Ungültige Anfrage “Hä?!”
401 Nicht autorisiert “Darf ich dir meinen Freund vorstellen?”
403 Verboten *batsch*
404 Nicht gefunden “Hihihihi, der ist aber klein…”
405 Methode nicht zulässig “Oral? Igitt…”
408 Zeitüberschreitung der Anfrage “Nee, du, ist schon spät. Ich muss morgen früh raus und so…”
409 Konflikt “Ich bin verheiratet…”
411 Längenangabe erwartet “Ist das ein großes Handy in deiner Tasche oder freust du dich so, mich zu sehen?”
412 Vorbedingungen nicht erfüllt “Zieh Leine, du bist nicht mein Typ!”
415 Nicht unterstütze Medientypen “Ich steh nur auf Frauen”
417 Nicht wie erwartet Achtung, Transvestit!
     
500 Interner Serverfehler “Nicht jetzt Schatz, ich habe meine Migräne”
501 Nicht implementiert “Ich bin noch Jungfrau…”
502 Falsches Gateway “Neiiin, nicht da!!!” Hier möge sich jetzt bitte Jeder seinen Teil selbst denken…
503 Service nicht verfügbar “Ich habe meine Tage.”

Ich hoffe diese Tabelle wird für euch genau so hilfreich sein, wie sie für mich schon war.

hth ~ Jo

Thema: Real Life, Technik | Kommentare (2) | Autor: Jo

Sackgasse

Montag, 24. November 2008 17:23

Ich hole dieses Posting noch mal nach oben, weil überaschend viele Leute nach ihm suchen. Hier habtihr ihn gefunden…

Manchmal geschehen wirklich unerwartete Dinge.

Es können erfreuliche Dinge sein. Du kannst Freitags spontan früher nach Haus, weil der letzte Block der Berufsschulwoche entfällt. Am Ende des Monats kannst du feststellen, dass ja doch noch etwas Geld übrig geblieben ist. Oder jemand teilt dir mit,dass die süße, aber unnahbare Azubine, auf die du schon lange ein Auge geworfen hat, in Wirklichkeit sich schon lange in dich verguckt hat.

Es können auch unerfreuliche Sachen passieren. Du kannst feststellen, dass dein Kühlschrank mitte des Monats genauso leer ist wie dein Konto. Jemand kann dir mitteilen, dass deine Freundin sich irgendwo einen anderen Kerl aufgegabelt hat und mit dir Schluss machen will. Du kannst Urlaub nehmen und direkt zu Beginn deine Reise nicht antreten, weil du dir eine niederschmetternde Grippe eingefangen hast.

Oder jemand stirbt.

Und besonders der Tod kann eine echt verzwickte Sache sein. Mein Onkel ist vor wenigen Tagen überraschend verstorben. Zu den Umständen möchte ich an dieser Stelle nichts sagen, um etwaige Ermittlungen nicht zu gefährden. Sicher ist jedoch eines: Es geschah viel zu früh.

Mein Dilemma: Ich habe ihn eigentlich kaum gekannt. Und trotzdem trauere ich, auf meine Weise. Den Kontakt zu diesem Zweig der Familie habe ich aus Gründen schon vor vielen Jahren praktisch verloren. Ab und zu mal ein Telefonat hier, eine Mail da, wenig war es auf jeden Fall. Zu wenig? Ich habe von fast allen, wenn überhaupt, nur hier und da aus Erzählungen gehört. So auch von ihm. Das letzte Mal habe ich ihn, anlässlich eines Besuches der Sippe, vor vielleicht 6 Jahren gesehen. Netter Kerl. Lebte ein offenbar gutes Leben. Ich mochte ihn.

Ich hatte mir eigentlich immer mal vorgenommen, wieder hinzufahren. Die Verwandschaft besuchen. Ihn besuchen. Jetzt werde ich hinfahren, die Verwandtschaft besuchen. Ihn besuchen. Und Abschied nehmen.

Ruhe in Frieden, Söhnke Knudsen!

You will never be forgotten…

//UPDATE!

Die Trauerfeier / Beerdigung findet am Freitag, den 28.11.  um 12 Uhr im Südfriedhof, Köln-Zollstock statt.

Thema: Netzwelt, Technik | Kommentare (6) | Autor: Jo

Migration

Mittwoch, 12. November 2008 19:41

Nochmal zum Thema Wechsel der Domain:

Um zu vermeide, dass ich mir den Hass aller Blogger, die mich je verlinkt oder kommentieren haben lassen, zuziehe, habe ich eine Lösung gefunden, die alle Beteiligten bestimmt glücklich macht:

Wenn johannesgraessler.net dieses Blog verlässt, wird johannesgraessler.net intelligent: Ich werde auf dem neuen Ziel dann eine entsprechende .htaccess-Datei so einrichten (Oldschool, baby!), dass Anfragen, die das Blog referenzieren, automatisch zur entsprechenden randomjo.net-Seite umgeleitet werden. Sollte machbar sein. Mache ich dann auch. Toll, oder?

Thema: Netzwelt, Technik | Kommentare (0) | Autor: Jo